Geschichte

Luftaufnahme von Camplong

Luftaufnahme von Camplong

Die Herkunft des Namens “Camplong” dürfte sehr lange Zeit zurückliegen, vielleicht bis zu den Römern, wenn man der Etymologie des Namens “Campus longus” – langes Feld – glauben kann. Beim Pflügen eines Feldes mit dem gleichen Namen, ein paar hundert Meter entfernt, tauchen von Zeit zu Zeit antike Überreste auf. Im Jahre 900 n. Chr. bildete sich die erste Siedlung um das Castrum (Festung) herum. Es handelte sich um Hütten mit Gehegen, in denen die Bewohner ihre Tiere aufgezogen und wo sie ein wenig Gemüse kultivierten. Während des Mittelalters stieg die Einwohnerzahl und damit die Anbaufläche, auf Kosten der Wälder.

Im Jahre 1343, huldigte Roger Martin St.Pierre Camplong dem Abt von Lagrasse, Pierre de la Jugie und dieser wurde der Gutsherr.
Das Schloss wurde in dieser Zeit erbaut. Heute bleibt wenig übrig vom ursprünglichen Gebäude, ausser dem Torbogen der den Weg auf den Marktplatz öffnet und ein zweiter Torbogen, der als Eingang zu einem kleinen Hof diente, wo die Grundherren wohnten.

Im 16. und 17. Jahrhundert diente das Land vor allem dem Getreideanbau, dem damaligen Hauptnahrungsmittel. Ein Drittel des Landes war mit Olivenbäumen bepflanzt. Zu dieser Zeit wurden ebenfalls Reben an den Hängen auf schmalen Parzellen angebaut. Dies erbrachte den kleinen Bauern ein kleines Nebeneikommen.

Olivenhaine im 21. Jahrhundert

Olivenhaine im 21. Jahrhundert

Der extrem kalte Winter von 1790 zerstörte den Bestand an Olivenbäumen und nach und nach wurden die freigewordenen Flächen mit Reben bepflanzt. Sie waren jetzt überall, trotz der (unwirksamen) Bestimmungen. Die Ratsmitglieder waren durch diesen Trend beunruhigt: Es sei verrückt, sagten sie, die Flächen für den Getreideanbau derartig einzuschränken.

Die Karte der Gemeinde Camplong im Jahre 1815

Die Karte der Gemeinde Camplong im Jahre 1815

Während der Revolution beschlagnahmten die Dorfbewohner einen Teil des Landebesitzes des Gutsherrn. Dieses Gebiet, wurde später unter den Bewohnern in 92 gleiche Teile aufgeteilt, und in ‘la République’ umbenannt. Im 19. Jahrhundert, begünstigt durch steigende Preise und eine bessere Konjunktur, wurden noch mehr Reben gepflanzt. Die Weinberge verbreiteten sich bald über die ganze Gemeindegemarkung. Zum Ende des Jahrhundert kannte  Camplong seinen grössten Wohlstand. Das Dorf vergrösserte sich. Es zählt 500 Einwohner. Die Gemeinde baut ein Rathaus, eine Uhr und seinen Dorfbrunnen.

In den siebziger Jahren begannen die Winzer eine Revolution. Sie erneuerten ihre Weinberge und pflanzten bessere Rebsorten. Sie verbesserten die Ausstattung ihrer Kellereien und die Techniken für die Weinverarbeitung. Sie griffen zu leistungsstarken Vermarktungsstrategien. Gleichzeitig entwickelte sich eine Aktivität im Tourismus und der Gastronomie, durch die Erbauung eines Feriendorfes, eines Schwimmbades, eines Amphitheaters und zahlreicher ländlicher Ferienhäuser.

Das Schloss als Amphitheater

Das Schloss als Amphitheater

Die Herausforderung scheint bestanden zu sein. Das Dorf hat neue wirtschaftliche Impulse erhalten.
Junge Leute sind zugezogen, die Bevölkerung von Camplong wächst und unser gemeinsamemes Schulprojekt mit dem benachbarten Dorf Ribaute zählt heute fünfzig Kinder.

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Camplong d'Aude : village à vivre